Realität stärkt den Charakter!

Twitter ist nichts für Agenturen und Konzerne

von Ralf Schwartz
08.12.2011 - 13:46 Uhr

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Social Networks

 

Statt die Realität in Richtung Zukunft zu verbessern, filtern viele Agenturen und Konzerne die Realität (zB in Twitter) einfach aus. Realität aber bietet Wachstumspotentiale.

Die folgenden Ten Twitter Tips For Filtering Out Reality* fand ich bei Charles (der ua. Teil des leadmarke NET ist).

Viele Agenturen und (Agentur-)Konzerne tun leider nichts lieber als die Realität 'herauszufiltern' aus ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihrem Denken und Handeln. Wie man nicht nur unschwer an der durchschnittlichen Reklamebotschaft dort draussen erkennen kann, sondern auch an den vielen durchschnittlichen Tweets.
Anders, denken Agenturen und Konzerne wohl, können sie ihre Produkte und Kunden nicht ertragen, oder anders können sie ihren Kunden keine Produkte verkaufen. Schnöde Realität stört das Geschäft.

Twitter aber ist Realität pur. Twitter klärt auf, informiert, regt sich auf, erweitert den Horizont, fordert heraus, stellt den Status Quo infrage, und rüttelt am Establishment, rüttelt an Gefällen, Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, rüttelt an Unwissenheit und Unmenschlichkeit.

Twitter ist nichts für durchschnittliche Agenturen und Konzerne, denn sie folgen lieber intuitiv (allein das sagt doch schon alles) der Charlesschen TopTen:

"01. Only follow people in your field of work."
"02. Only retweet people in your line of work."
"03. Only tweet about your work (and the occasional amuse gul)."
"04. Only tweet on the geography that matters to you and your work."

Statt einfach Deinen Horizont zu erweitern, neugierig zu sein, Neues zu lernen, Dich entwickeln und wandeln zu können, die Basis für Kreativität und Innovation zu legen, die Basis für Effektivität- und Erfolg zu legen.
Statt Deine Vielfalt und Vielfältigkeit zu zeigen und andere zu Gleichem zu inspirieren.  

"05. Never comment on political matters."

Statt einfach Deine Persönlichkeit und Individualität zu zeigen - vor allem aber, sie weiter zu stärken und zu entwickeln.

"06. Don't encourage dialogue with new followers."

Statt einfach zu zeigen, dass Du verstanden hast, dass es um Dialog, um Gespräche, um Augenhöhe geht - nicht mehr um Monologe, nicht mehr um erhobene Zeigefinger, von der Kanzel herab.

"07. Never tweet about war."

Statt einfach Deine Menschlichkeit zu zeigen - und die Unmenschlichkeit jedes einzelnen Krieges da draussen.

"08. Never tweet about protest."

Statt einfach Deine Empathie mit den Protestierenden, den Benachteiligten und (im Zweifel) Betrogenen zu demonstrieren. Statt sie einfach zu unterstützen in ihrem Kampfe um die gute Sache.

"09. Never have a cause."

Statt einfach Deinen Charakter, Deine Ziele und Werte offenzulegen. Statt einfach inspirierendes Vorbild zu sein - ob jemand gerade guckt oder nicht.

"10. Always consider job safety and corporate loyalties present or potential before tweeting."

Statt einfach Moral und Ethik an den Tag zu legen, Zivilcourage zu zeigen. Oder 'nur' für die Zukunftsfähigkeit Deines Jobs, Deines Unternehmens, Deiner Branche zu kämpfen - im Zweifel gegen die (kurzfristigen) Interessen Deines (kurzsichtigen) Arbeitgebers, in Agentur oder Konzern.


Realität ist wichtig, an ihr müssen sich Agenturen und Konzerne messen - um einen guten Job zu machen, relevante Marken, Produkte und Kommunikation anbieten zu können, um Feedback zu bekommen, ihre Marken, Produkte und Kommunikation noch weiter zu verbessern.

Realität stärkt den Charakter!


(*Interessanterweise ist dies die Reihenfolge der Tipps im Feed, nicht aber in seinem Post.
Meine Erklärung: obige Reihenfolge folgt einer inhaltlichen, die Reihenfolge im Post einer ästhetischen Logik.)

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Über Autor und Kolumne

Ralf Schwartz

Ralf Schwartz

Ralf Schwartz ist Leadership Strategist und Co-Initiator von "The Third Club". Zusammen mit Club-Co-Initiator Thomas Koch führt er die Agentur-Beratung Craft&Vision. Diese Kolumne beruht auf dem C&V-Blog.